Antikriegstagveranstaltung

Bericht von der DGB-Antikriegstagveranstaltung am 1. September 2017

Der Antikriegstag des Deutschen Gewerkschaftsbundes jährte sich am 1. September 2017 zum 60. Mal. Auch in der Oberhausener Gedenkhalle fand wieder eine feierliche DGB-Antikriegstagveranstaltung mit einer Rede des Oberbürgermeisters Daniel Schranz sowie Beiträgen mehrerer Schülergruppen statt.

Der Antikriegstag des Deutschen Gewerkschaftsbundes jährte sich am 1. September 2017 zum 60. Mal. Auch in der Oberhausener Gedenkhalle fand wieder eine feierliche DGB-Antikriegstagveranstaltung mit einer Rede des Oberbürgermeisters Daniel Schranz sowie Beiträgen mehrerer Schülergruppen statt.
Thomas Schicktanz, Vorsitzender des DGB-Stadtverbandes begrüßte die zahlreich erschienenen Teilnehmer. Er verwies auf die langjährige Tradition des Gedenkens und auf die neue Publikation des DGB zur Geschichte des Antikriegstages in Oberhausen.
Oberbürgermeister Daniel Schranz appellierte in seiner Rede an unsere Verantwortung für heute und für morgen. Die Frage nach Ursachen von Kriegen sei nach wie vor sehr aktuell angesichts der vielen Konflikte auf der Welt. Verzweiflung und Resignation seien zwar verständliche Reaktionen, aber auch fatal. Herr Schranz forderte zu weiterem Engagement auf und verwies auf die vielen Aktionen und Veranstaltungen der Erinnerungskultur hin, an denen sich Schulen beteiligen, aber auch an die MULTI, die in Oberhausen regelmäßig stattfindet und bei der sich junge Menschen aus vielen Ländern begegnen. Zum Schluss erinnerte der Oberbürgermeister die Zuhörer an das hohe Gut des Wahlrechts und forderte dazu auf, davon Gebrauch zu machen.
Für den DGB-Stadtverband Oberhausen trat dann die GEW-Kollegin Cornelia Schiemanowski  an das Rednerpult. In ihrer Rede zeigte sie anhand aktueller Zahlen und Fakten auf, dass das Ziel der Abrüstung in weite Ferne gerückt sei. Viele Staaten – auch Deutschland - haben ihre Rüstungsausgaben erhöht. Die Bundeswehr entferne sich mit ihren Auslandseinsätzen immer mehr vom ursprünglichen im Grundgesetz verankerten Ziel der Landesverteidigung. Besonders kritisch seien die Rüstungsexporte Deutschlands zu betrachten. Im Namen des DGB rief Cornelia Schiemanowski zu einer europäischen Friedenspolitik und zu mehr humanitärem Engagement und Solidarität für Hilfsbedürftige auf. Sie verwies auf die große Unterstützung der Flüchtlinge durch Ehrenamtler und dass durch die direkte Begegnung mit den Flüchtlingen Ängste abgebaut werden könnten. Leider würden rechtspopulistische Organisationen und die Partei AfD versuchen, Ängste zu schüren und mit fremdenfeindlichen Parolen Stimmen zu gewinnen. Ein Ignorieren der AfD sei nicht ausreichend, die politische Auseinandersetzung sei geboten. Das Antifaschistische Bündnis Oberhausen bzw. der Runde Tisch für Demokratie und Toleranz, in dem mehr als siebzig demokratische Organisationen in Oberhausen vertreten seien, habe das Ziel, Bürgerinnen und Bürger über fremdenfeindliche und rassistische Politik der Rechtspopulisten aufzuklären. GEW-Kollegin Cornelia Schiemanowski begrüßte die vielen Aktionen von Schulen,  Institutionen und Bürgerinitiativen, die sich mit den Folgen von Krieg und Verfolgung kritisch auseinandersetzten. 
Die nachfolgenden Beiträge der Schülerinnen und Schüler stellten aktuelle Beispiele dazu dar. Eine Schülergruppe der Fasia-Jansen Gesamtschule hatte sich an der „Aktion Stolpersteine“ des Künstlers Günter Demnig beteiligt und setzte sich damit in ihrem Beitrag aus verschiedenen Blickwinkeln auseinander. Die Stolpersteine erinnern an die Schicksale von Menschen, die in der NS-Zeit verfolgt und ermordet wurden. 
Drei Schülerinnen des Sophie-Scholl-Gymnasiums berichteten von Ihrer Studienfahrt zur Gedenkstätte Auschwitz. Mit dem Gedicht „Ich habe Auschwitz gesehen“ und anhand von ausgewählten Fotografien, die sie während ihrer Studienfahrt aufgenommen  hatten, stellten sie dar, welche Gefühle der Besuch dieses Vernichtungslagers bei ihnen ausgelöst hat.
Die Schülerinnen und Schüler des Bertha-von-Suttner-Gymnasiums stellten die Entwicklung ihres Beitrags in einem lebhaften Rollenspiel dar, das mit den Vorträgen von Zitaten Mahatma Gandhis, Willy Brandts und Albert Einsteins für den Frieden endete. 
Nadine Blida gab der würdigen Veranstaltung zum Antikriegstag mit ihren Liedern einen feierlichen musikalischen Rahmen.