Pressemitteilung zur Erfassung von Schulabsentismus per App

Nun ist die Einführung des Früherkennungssystems „Early bird“ beschlossene Sache. Ziel soll die Vermeidung von Schulabsentismus sein. So weit so gut. Die Erfassung von Fehlzeiten durch eine App mag eine modernere Methode sein als das Klassenbuch. Sie wirft aber auch die Frage auf, was damit verbessert wird. Die Lehrkräfte sind dazu verpflichtet, die Anwesenheit der Schüler*innen festzuhalten und die Eltern zu informieren. Sie können aber nicht dazu verpflichtet werden, ihr privates Mobiltelefon für die Erfassung von Fehlzeiten zu benutzen. Oder erhält nun jede Lehrkraft ein Diensthandy? Sind die datenschutzrechtlichen Bestimmungen eigentlich geprüft? Der Stadtverband meint, dass die Erfassung von Fehlzeiten nicht das Problem ist. Entscheidend ist, welche Maßnahmen eingeleitet werden, wenn systematische Fehlzeiten bemerkt werden. Eine Möglichkeit könnte sein, die Schulsozialarbeit einzuschalten. Womit wir also bei der Forderung sind, dass die Mittel für Schulsozialarbeit durch das Land dauerhaft bereitzustellen sind. Während der Projektlaufzeit für „Early bird“ entstehen zwar keine Kosten. Wenn man sich jedoch für die Weiterführung entscheidet, fallen Kosten in Höhe von 200 € pro Schule und Schuljahr an zuzüglich der Mehrwertsteuer. Dies macht bei 50 Schulen pro Jahr etwa 11.900 € aus. Diese Summe sollte u.a. eher in die bestehenden Projekte zur Bekämpfung des Schulabsentismus fließen.

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